AirBnB statt Wohnung – Monat 1

Der erste Monat AirBnB statt Wohnung ist zu Ende und ich bin bisher sehr zufrieden.

Es war ein Monat mit 5 Kalenderwochen, von denen ich die ersten 3 in einer AirBnB Unterkunft zu Gast war, und die anderen beiden aufgrund der Pfingstferien mit dem Auto gependelt bin.

Woche 1: ein neu ausgebautes Obergeschoss in einem großen Haus mit eigenem Zugang. Dort gab es Küche, Bad und drei Gästezimmer. Die Gastgeber wohnen im Untergeschoss. Da wir nur zwei Gäste waren, kamen wir uns weder im Bad noch in der Küche ins Gehege. Dazu war alles sehr, sehr sauber. Ein wunderbarer Einstieg.

Woche 2: Ein Dachzimmer in einem Reihenhaus mit Terrasse. Hier habe ich mit den Gastgebern direkt zusammen gewohnt und Küche und Bad mit ihnen geteilt. Es war allerdings ein ziemliches Gerenne im (engen) Treppenhaus, denn mein eigener Kühlschrank stand im Keller, das Klo war im Erdgeschoss, das Bad im 1. Stock und mein Zimmer im zweiten Stock. Was vergessen? Nochmal zurück. Kein Sport mehr nötig, denn ich bin ziemlich vergesslich 🙂

Woche 3: Eine Gästewohnung in einem Zweifamilienhaus, die Gastgeber haben im Erdgeschoss gewohnt. Es waren ebenfalls drei Zimmer. Allerdings haben es sich in einem ein Pärchen und in dem anderen vier polnische Saisonarbeiter gemütlich gemacht. Und es gab nur ein Bad inkl. Toilette. Das war definitiv zu viel des Guten für mich. Dazu kamen Sprachbarrieren, so dass ich jeden Morgen mit der Angst wirklich früh aufgewacht bin, dass ich vielleicht die letzte in der Badkarawane sein könnte. Habs aber immer als erste geschafft! Bei zwei weiteren Zimmern noch 6 Mitbewohner zu haben, hatte ich nicht erwartet und war mir viel zu viel. Überfüllter Kühlschrank, besetzte Toilette, etc. … naja. Erstaunlich war aber, dass die Gastgeber die Wohnung trotzdem sehr sauber gehalten haben.

Fazit aus Monat 1:

  • Gastgeber die die Wohnung überbelegen – darauf kann man verzichten
  • Um wirklich MIT jemandem zu wohnen und auch etwas in dessen Leben einzutauchen, das geht nur, wenn man sich die Unterkunft mit dem Gastgeber teilt. Ansonsten bekommt man sich nach der Schlüsselübergabe nicht mehr oft zu Gesicht.
  • Wohnt der Gastgeber nicht in der gleichen Einheit, hat man deutlich mehr Platz in Küche und Bad zur Verfügung. Schließlich dient die Unterkunft nur den Gästen.

Mein finanzielles Ergebni

 

Mai 18 KW 18 KW 19 KW 20 KW 21 KW 22 Summe
 Übernachtungen 68,78 61,91 135,1  – 265,79
 Tanken 64,31 30 71,5  – 165,81
 Zug  –  –  –  – 0
82,5 82,5
 Gesamt 514,10

Der Mai mit seinen vielen Feiertagen war wie erwartet ein Monat, bei dem ich das Ziel gut unterschreiten konnte.

Damit liege ich im ersten Monat 115,90 € unter meinem Ziel von 630 €.

Der Juni beginnt erstmal mit 2 Wochen Urlaub und wird daher auch ein sehr guter werden.

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Rentenbescheid verstehen, Rentenlücke verstehen Teil 1

Besonders für junge Leute ist das Wort Rentenlücke oft sehr abstrakt.

Rente? „das dauert noch 40 Jahre“, „bekomm ich eh keine mehr“, „darüber mach ich mir später Gedanken“. Die Rente ist gerade für junge Leute noch so weit in der Ferne, dass sie nicht richtig greifbar ist.

Ich setze mich schon recht lange mit dem Thema Finanzen auseinander, und weiß, dass ich selber einiges zur gesetzlichen Rente dazutun muss. Darüber hinaus ist mein Ziel, schon vor dem Rentenalter nicht mehr arbeiten zu müssen. Aber mir einmal wirklich selbst auszurechnen, wie viel (oder wenig) Rente mir später vom Staat zur Verfügung steht, dass hat mir nochmal einen ordentlichen Anstoß gegeben.

Natürlich ist das Ergebnis nicht in Stein gemeißelt.

Zu viele Faktoren sind bei jungen Menschen noch unsicher. Heirate ich, bekomme ich Kinder, und wenn ja wie viele? Werde ich gehaltlich noch Sprünge machen? Längere Zeit Teilzeit arbeiten oder ein Sabbatical nehmen?

Deswegen beziehen sich die Berechnungen immer auf den Status Quo. So wie es auch die Renteninformation tut, den man regelmäßig zugeschickt bekommt.

Hier in Teil 1 möchte ich erst mal auf eine Basics zur Rente und zur Renteninformation eingehen. In Teil 2 gibt es eine konkrete Berechnung.

Per Definition ist die Rentenlücke die prozentuale Abweichung des letzten Nettoeinkommens vor Rentenbeginn zur gesetzlichen Rentenzahlung.

Die Errechnung der tatsächlichen Rentenlücke beinhaltet auch die betriebliche und private Altersvorsorge:

Alterseinkommen – Bedarf = Rentenlücke

Je höher das Alterseinkommen und je niedriger der Bedarf, desto kleiner die Rentenlücke. Klar.

Der Bedarf setzt sich aus ähnlichen Komponenten zusammen, wie er es auch in jungen Jahren tut. Sicher werden bis dahin etwaige Immobilienkredite getilgt sein, aber dafür werden wohl die Kosten für Gesundheitsvorsorge etc. steigen. Oftmals wird der Bedarf im Rentenalter mit ca. 70 % des Bedarfs im Arbeitsleben angegeben.

Das Alterseinkommen steht auf mehreren Säulen

  • Gesetzliche Altersvorsorge
  • Betriebliche Altersvorsorge
    • Entgeltumwandlung
    • Vermögenswirksame Leistungen
    • Betriebsrente
    • Lebensarbeitszeitkonto
  • Private Altersvorsorge
    • Riester / Rürup
    • Mieteinnahmen
    • Vermögen, welches Zinsen oder Dividenden bringt oder abgeschmolzen werden kann
  • Nebenjob

Ich möchte hier besonders die gesetzliche Altersvorsorge erklären.

Betriebliche Altersvorsorge steht gar nicht jedem Arbeitsnehmer zur Verfügung, und wenn dann in unterschiedlichen Dimensionen. Meist sind die Beträge auch recht gering, so dass sie alleine eher nicht ausreichen werden.

Zum Thema private Altersvorsorge kann man noch mehrere eigene  Artikel schreiben.

Woher weiß ich nun, wie viel Rente ich bekomme?

Ab 27 Jahren und ab mindestens 5 Beitragsjahren, bekommt man regelmäßig ein Renteninformationsschreiben der Deutschen Rentenversicherung.

Ein sehr vollgestopftes Blatt.  Übersichtlich und unkompliziert sieht anders aus. Weiß man, wo man hinsehen muss, ist aber alles ganz leicht.

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1. Regelaltersgrenze

Beschreibt das Jahr in dem ich ohne Abzüge in Rente gehen kann. Ich also mit 67. Möchte ich bereits mit 63 in Rente gehen, muss ich derzeit 14,4 Prozent Abschläge zahlen.

ACHTUNG: die Regelaltersgrenze wird immer wieder angepasst.

2. Rente wegen voller Erwerbsminderung

Kann ich gar nicht mehr arbeiten gehen, bekomme ich monatlich diesen Betrag ausgezahlt. Hierzu gibt es auf der zweiten Seite einen Passus, dass dieser Betrag nur ausgezahlt wird, wenn man in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit 3 volle Beitragsjahre geleistet hat. Wer also (noch) keine 3 Jahre Beiträge gezahlt hat, geht leer aus.

3. Höhe Ihrer zukünftigen Regelaltersrente – Zahl 1

Hier wird der bisher erreichte Betrag festgehalten. Die Berechnung dazu findet ihr unter Punkt 6.

Wenn ich ab heute nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen würde (z.B. aufgrund von Selbstständigkeit), bekomme ich dennoch später diesen Betrag ausbezahlt. Dieser bleibt jedoch nur erhalten, wenn ich mindestens 60 Mal (= 5 Jahre) Beiträge gezahlt habe.

Dazu zählen aber auch schon Nebenjobs, bei denen man versicherungspflichtig gemeldet war.

4. Höhe Ihrer zukünftigen Regelaltersrente – Zahl 2

Dieses ist der wahrscheinlich spannendste Punkt. Die Hochrechnung der wahrscheinlichen Rente. Dazu wird angenommen, man verdient die kommenden Jahre den Durschnitt der letzten 5 Jahre.

Steht man noch am Anfang seines Berufslebens, wird sich diese Zahl mit den Jahren also automatisch erhöhen.

Die Berechnung dieses Werts findet ihr in Punkt 6.

Dieser Wert ist, ebenso wie der Wert aus Punkt 2 und 3 ein Brutto-Wert.

Was genau am Ende auf dem Konto landet, und wie sich der Betrag aufgrund der Inflation noch reduziert, werde ich in Teil 2 zeigen.

5. Rentenanpassung

Die Berechnung der zukünftigen Regelaltersrente erfolgt durch ein Punktesystem, welches auf Seite 2 der Renteninformation genauer erklärt wird. Ich komme in Punkt 6 dazu.

Pro Punkt gibt es einen gewissen Betrag. Erhöht sich dieser Betrag, wird auch die Rente größer. In der Renteninformation wird beispielsweise mit 1% oder 2% Erhöhung gerechnet.

Faktisch wurde seit 2000 (inkl. der kommenden Erhöhung im Juli  2018) folgende durchschnittliche Erhöhungen vorgenommen:

Für die alten Bundesländer: ~ 1,39 %

Für die neuen Bundeländer: 1,91 %

Rentenerhöhung
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

6. Grundlagen der Rentenberechnung

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Hier findet man den aktuell angezogenen Betrag pro erreichten Entgeltpunkt. Dieser wird auch Rentenwert genannt.

Bis 30.6.18 beträgt dieser 31,03 €. Mit der Erhöhung um 3,22 % zum 01.07.18 erhöht sich der Betrag auf 32,03 €.

Hier findet man auch seinen bisher erreichten Punktestand.

Daraus wird dann der Rentenbetrag in Punkt 3 berechnet.

Damit es nicht zu leicht wird, rechnet die Rentenkasse mit folgender Formel:

Derzeitiger Rentenwert * erreichte Entgeltpunkte * Zugangsfaktor * Rentenartfaktor

Der Zugangsartfaktor greift, wenn man z.B. frühzeitig in Rente möchteDer Rentenartfaktor greift z.B. bei einer teilweisen Erwerbsminderung. Beide sind für erste Berechnungen nicht weiter relevant (näheres z.B. auf wikipedia)

Und wie bekommt man nun Entgeltpunkte?

Pro Jahr kann man maximal 2 Entgeltpunkte erhalten.

Verdient man exakt den deutschen Durchschnitt (2018: 37.873 € alte Bundesländer und 33.671 € neue Bundesländer) erhält man einen Punkt.

Zwei Punkte gibt es beim Erreichen der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 78.000 € alte Bundesländer, 69.600 € neue Bundesländer. Diese Grenze beschreibt die Verdiensthöhe, ab dem ein Mehrverdienst für die Rente nicht mehr relevant ist. Auch mit einem Jahresgehalt von 100.000 € bekommt man nur 2 Entgeltpunkte.

Darunter werden die Entgeltpunkte anteilig berechnet.

Und was landet davon nun später mal auf meinem Konto?

Das werde ich in Teil 2 näher erläutern.

Zufriedenheit durch Ausmisten

 

Derzeit mistet gefühlt jeder aus.

Das liegt sicher am Frühling, aber auch an dem Hype der um Marie Kondo und ihr Magic Cleaning Programm, Minimalismus und Co. entstanden ist.

Was mir aber dabei positiv auffällt: diesen Hype macht man nicht mit, damit er mitgemacht ist. Sondern es gibt meiner Meinung nach erstaunlich viele positive Rückmeldungen zu den Erfahrungen mit dem Ausmisten.

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Warum macht Ausmisten zufrieden?

Ich selber miste seit Jahren regelmäßig immer wieder aus, besonders den Kleiderschrank. Was ich aber, trotz einiger Umzüge in den letzten Jahren, nie geschafft habe war: einmal alles durchzugehen und die Sache etwas radikaler zu gestalten.

Dieses Jahr hab ich es endlich angepackt. Sicher habe auch ich mich von der „positiven Ausmist-Stimmung“ inspirieren lassen.

Ich habe Bereiche angepackt, die etwas aufwändiger sind als „nur“ der Kleiderschrank. Schmuck, Bücher, Dokumente, Erinnerungsstücke, das alles ist mir deutlich schwerer gefallen.

Ich habe mir überlegt, warum es so viele Menschen deutlich zufriedener macht, wenn sie sich an die Aufgabe des Ausmistens heranwagen.

Diese Punkte sollen Motivation sein, sich endlich dranzumachen, denn Ausmisten MACHT zufrieden!

1. Etwas anzupacken macht zufrieden

Mit dem Ausmisten wirklich anzufangen ist meistens eine recht große Hürde. Es ist normalerweise nicht in einer Stunde erledigt. Möchte man wirklich den ganzen Wohnraum entrümpeln, muss man schon einige Stunden bis Tage investieren.

Doch bei einer größeren Ausmistaktion sieht man schnell Erfolge. Der Berg mit den Dingen zum Aussortieren wächst und wächst. Ob man die Dinge nun letztendlich verkauft, verschenkt oder wegschmeißt, der Erfolg ist wirklich schnell sichtbar.

2. Raum schaffen macht zufrieden

Während der Berg der aussortierten Dinge immer weiter wächst, schrumpft der Bestand. Wieder eingeräumt, sieht die vormals oft überfüllte Fläche gleich viel luftiger aus.

Und genauso fühlt es sich auch an.

Mir wird es wirklich leichter ums Herz, wenn Schränke etc. nicht so überfüllt sind. Oftmals merkt man gar nicht, wie sehr einen die vollgestopften Regale und Flächen irgendwie stressen, bis man sich davon befreit hat.

Das Gefühl hält dann auch noch sehr lange an.

3. Übersicht schaffen macht zufrieden

Mit mehr Raum kommt auch die Übersicht zurück. Wer kennt nicht die lange verschollene Lieblingsjeans, die man endlich, endlich wiederfindet. Und an der man sich wieder erfreut. Außerdem hat man nach dem Ausmisten (hoffentlich) nur noch Kleidung, Bücher, etc. die einem auch wirklich gefallen.

4. Loslassen macht zufrieden

Nach dem Sortieren kommt der eigentlich schwerste Schritt. Man muss die aussortierten Sachen auch loswerden. Verkaufen oder verschenken fällt mir da leichter wie wegschmeißen. Vor allem wenn die Sachen eigentlich noch ganz ok sind, aber sich kein Abnehmer findet.

Aber ist diese Hürde erst mal überwunden, stellt sich ein gewisser Stolz ein.

5. Geschenke machen macht zufrieden

Ich konnte einige Dinge im Familien- und Freundeskreis verschenken. Dinge, die ich selbst nicht mehr gebrauchen konnte, haben einem anderen noch Freude gemacht. Auch das ist ein sehr schönes Gefühl und entschädigt für die Mühen die man hatte.

6. Mit gebrauchten Dingen Geld verdienen macht zufrieden

Vor allem Kleidung und Bücher konnte im Internet recht schnell und unkompliziert loswerden. Kleiderkreisel.de und rebuy.de haben für mich dabei am besten funktioniert.

Natürlich bekommt man bei weitem nicht mehr den Ladenpreis für die verkauften Sachen, aber auch die Überweisung eines kleineren Betrags aufs Girokonto ist ein tolles Gefühl.

Alles in allem: Es lohnt sich! Geht es an!

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Man sieht hier nur die sperrigen Dinge. Kleidung, Schmuck, Papier etc. waren noch einige Extrahaufen 🙂

 

 

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Ausmisten gemacht?

 

 

Komfortzone verlassen, Komfortzone erweitern

Mit diesem Artikel nehme in an der Blogparade von Michael auf Zeitfuerplanb teil.

Im Mai starte ich einen neuen  Job. Dieser Wechsel ist in meinen Augen ein Paradebeispiel für das Verlassen und Erweitern meiner Komfortzone.

Ich finde es ungemein wichtig, diese Zone immer wieder zu verlassen und zu erweitern. Ich bin sogar der Überzeugung: wer seine Komfortzone länger nicht verlässt, bei dem schnürt sie sich enger und enger, bis nicht mehr sonderlich viel übrig ist. So eine Person findet man dann im Wörterbuch unter engstirnig. 🙂

Worin lag meine Komfortzone im alten Job?

Nach 4,5 Jahren in der gleichen Firma und 2,5 Jahren auf der selben Stelle war ich routiniert. Ich hatte ein großartiges Netzwerk aufgebaut und konnte mit wenigen Anrufen eine Menge in Erfahrung bringen. Ich war fachlich mit allen Themen die für meine Aufgaben wichtig waren vertraut und habe sie blind beherrscht. Dadurch war die fachliche Führung der Leute in meinem Team gut machbar. Diese konnte ich mir im Laufe der Jahre auch fast alle selbst im Bewerbungsprozess auswählen.

Zudem sind mir meine Kollegen extrem ans Herz gewachsen (und der Abschied war eine tränenreiche Katastrophe). Ich wechsle mit dem Wissen, dass es schwer wird, wieder in so einem fantastischen Team aufgenommen zu werden.

Der neue Job wird anders. Ich werde nicht nur in eine Branche wechseln, mit der ich noch keine Berührungspunkte hatte, ich werde auch fachlich mein gewohntes Terrain verlassen. Gleichzeitig werde ich eine disziplinarische Führungsposition in einem Team übernehmen, das mir fachlich voraus ist, und das bereits seit langem besteht.

Ich werde also meine Art zu führen anpassen müssen, ein neues Netzwerk aufbauen und wieder ganz am Anfang starten.

Warum ich es trotzdem tun muss

Ich bin noch jung. Ich muss weitere Erfahrungen sammeln. Jeder weitere Monat in der alten Aufgabe hätte Stillstand bedeutet. Und Stillstand bedeutet, dass das Wachstum aufgehört hat. Für mich ist das Leben aber ein beständiges Lernen und Wachsen. Und am besten wachse ich an Aufgaben, die mir eigentlich eine Nummer zu groß sind. Für die ich mich strecken muss, die ich nicht mit einem kleinen Schüttler erreiche. So funktioniert Wachstum.

Einen Job einzig und allein wegen der Kollegen zu machen, und dabei den Stillstand auszurufen, fühlt sich falsch an. Teams ändern sich sowieso. Ob man will oder nicht.

Deswegen hieß es, in den sauren Apfel zu beißen, und aus der Routine auszubrechen,

Was, wenn ich es nicht schaffe?

Ich bin ein erfahrener Komfortzonenerweiterer. Ich habe bereits öfter die eine Nummer zu großen Aufgaben geschafft. Daher gehe ich optimistisch an die Sache heran.

Für den Worst Case halte ich mich an meine bewährte Vorgehensweise, die ich bereits hier beschrieben habe.

Im allerschlimmsten Fall muss ich mir eingestehen, dass ich im neuen Job nicht die Leistung abrufen kann, die ich gerne abrufen würde. Dann muss ich mir überlegen, wie ich damit umgehen will. Kann und will ich mich anpassen, so dass ich besser zurecht komme? Fehlt mir noch Handwerkszeug, das ich erlernen kann? Ist es einfach doch nicht das Richtige gewesen?

War dieser Job dafür geplant, der letzte meines Lebens zu werden? Nein! Würde ich auch einen anderen finden? Auf jeden Fall!

Was also spricht dagegen?

Der bequemere Weg ist der einfachere, aber nicht der, der zu mehr Erfolg führt. Die Komfortzone bleibt ja nicht für immer verlassen. Auch das Neue, die Veränderung, wird einmal meine Komfortzone werden. Und der alte Bereich ist immer noch da, wenn er auch ggfs. hier und da wieder schrumpft.

 Je öfter und je weiter ich aus meiner Komfortzone herausgehe, desto größer wird der Bereich in dem ich mich wohlfühle.

Denn immer mehr Situationen, Menschen, etc. wecken ein vertrautes Gefühl in mir und fühlen sich gar nicht so fremd und neu an. Auch wenn sie es sind.

AirBnB statt Wohnung – Erfahrungen #1

Wohnen für Flexibilitätssuchende

Ich habe hier und hier bereits über meine Gründe und Pläne für mein Projekt AirBnB statt Wohnung geschrieben.

Heute folgen die ersten Erfahrungen.

Noch habe ich keine Unterkünfte getestet. Aber erste Erfahrungen zum Thema Buchungen konnte ich bereits sammeln.

Anfang März habe ich für die Monate Mai und Juni für insgesamt 5 Wochen bei 5 Anbietern Unterkünfte mehr oder weniger in einem Rutsch gebucht.

Erfahrungen im Handling von AirBnB allgemein

Was super funktioniert:

Gibt man eine Stadt ein, in der man übernachten will, werden einem über eine Landkarte auch Unterkünfte im Umkreis vorgeschlagen. Durch Eingrenzen oder Erweitern kann man sich den Radius wählen. So sieht man nicht nur, wo die Unterkunft genau ist, sondern findet auch evtl. günstigere Unterkünfte, die ein paar Kilometer entfernter oder in kleineren Orten liegen.

Es gibt eine große Anzahl an Filtermöglichkeiten für so ziemlich jeden Bedarf

Die angezeigten Preise sind immer bereits die Summe aller Kosten. Manche Gastgeber verlangen eine Reinigungsgebühr. Außerdem verlangt AirBnB selbst noch eine Gebühr, anhängig von den Preisen des Anbieters. Sucht man eine Unterkunft, werden gleich alle Gebühren berechnet.

Was nicht so gut funktioniert:

Man muss erstmal alle Kommunikationsfunktionen deaktivieren. Bekommt man nämlich eine Rückmeldung der Gastgeber, wird diese Nachricht per Pushfunktion über die AirBnB App und zusätzlich per SMS und per Email überbracht.

Ich finde außerdem die Servicegebühren von AirBnB recht hoch und auf den ersten Blick auch nicht transparent. Je höher die Übernachtungskosten, desto höher die Gebühren. Wenn ich beispielsweise für einen kompletten Monat buchen will, sind lcoker 100 € Gebühren fällig. Für eine Buchung! Klar, AirBnB will Geld verdienen, aber das finde ich doch recht viel.

 

Erfahrungen mit der Buchung beim Gastgeber

Was super funktioniert:

Die Rückmeldungen kamen, bis auf sehr wenige Ausnahmen, wirklich prompt innerhalb von 1-2 Stunden

Ich finde es toll, dass man sich unter AirBnB Anbietern und Nutzern duzt. Das macht gleich eine angenehme, vertraute Atmosphäre.

Ob Zu- oder Absage, die Nachrichten waren bisher alle sehr freundlich formuliert.

Was weniger gut funktioniert:

Viele Anbieter pflegen ihren Kalender nicht regelmäßig. Ich habe mehrere Absagen aufgrund von Abwesenheit des Vermieters bekommen. Ich kann es nachvollziehen, dass man im Trubel des Alltags nicht immer dazu kommt, den Kalender perfekt zu pflegen. Aber für den Gast macht es das sehr auswendig. Denn in der Regel muss der Anbieter die Buchung freigeben und hat dazu 24 h Zeit. Gibt er sie frei, gilt die Buchung als getätigt. Also kann ich in der Wartezeit keine andere Wohnung anfragen, sonst habe ich am Ende zwei Buchungen. Ich kann diese zwar innerhalb von 2 Tagen kostenlos stornieren, aber gleich wieder absagen ist such nicht so schön.

So kann man nicht „mal eben schnell“ Buchungen für mehrere Wochen tätigen, sondern ist im Zweifelsfall mehrere Tage damit beschäftigt.

 

Deckt sich das mit euren Erfahrungen?

 

Tipps für Berufseinsteiger – was einem bei Berufsantritt keiner sagt

Der erste Job ist eine aufregende Sache. Man verdient endlich Geld, lässt aber auch das Stadium des Studenten, Azubis, Praktikanten etc. hinter sich. Die Erwartungshaltungen ändern sich. Deine, und die deiner Firma.

Ich habe in den letzten Jahren einige Berufseinsteiger betreut. Hier meine Sammlung an Tipps zum ersten Berufsjahr.

Tipps für deine Finanzen

  • Überleg dir wirklich genau, wofür du dein Geld nun ausgibst. Du musst nicht mit Gewalt nachholen, was du meinst die letzten Jahre versäumt zu haben. Es ging auch bisher ohne. Mach dir erst einen Haushaltsplan um zu sehen, wie viel du im Monat für was erübrigen kannst
  • Lege am Monatsanfang bereits Geld zu Seite. Du hast jetzt mehr Geld zur Verfügung. Vielleicht musst du noch einen Ausbildungskredit zurückzahlen, oder möchtest endlich mal eine Fernreise machen. Dazu brauchst du Erspartes. Außerdem ist es bereits jetzt sinnvoll mit dem Sparen für später anzufangen. Was am Monatsanfang gleich zur Seite gelegt wird, wird in der Regel auch nicht ausgegeben.
  • Man muss nicht sofort sämtliche Versicherungen und Altersvorsorgen abschließen, nur weil man Geld verdient – nimm dir Zeit dich zu informieren und lass dich zu nichts drängen. Weder von deinen Eltern, noch von deinem Bankberater. Altersvorsorge ist bereits in jungen Jahren wichtig. Es gibt aber auch ausreichend Möglichkeiten dies ohne einen Vertrag zu tun und ist in vielen Fällen die bessere Variante.
  • Eine eigene Haftpflichtversicherung muss jedoch sein – der Schutz der Eltern greift spätestens jetzt nicht mehr.
  • Erkundige dich ganz genau nach den finanziellen Unterstützungen deiner Firma.  Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Essenszuschuss, Bahnticket etc. – manche Fimen werben damit, andere halten sehr damit hinter dem Berg und man muss sich alle Infos selber einholen. Informier dich auch hier genau, was es dir bringt und ob es dir nützt.
  • Erkundige dich genau, wie Reisezeiten und Fahrtkosten abgerechnet werden können, z.B. bei Fahrten zum Kunden – sei nicht zu nachsichtig und verschenke kein Geld. (Wegen 1 km täglich eine Abrechnung zu machen wird aber auch nicht gerne gesehen.)
  • Hab keine Angst vor deiner ersten Steuererklärung. Du bekommst im ersten Jahr IMMER was zurück. Einige Tipps für Berufseinsteiger habe ich hier aufgeschrieben.
  • Keiner fragt dich nach einer Gehaltserhöhung. Wenn du denkst, es ist Zeit für die erste Gehaltserhöhung, z.B. nach dem ersten Jahr: frage danach. Überleg dir gute Argumente, warum du dir diese verdient hast. Aber erwarte nicht, dass dein Vorgesetzter dich fragt, ob du nicht mehr verdienen willst. Das wird nämlich nicht passieren.

Tipps für dein Verhalten

  • Finde heraus, wen du duzen kannst und wen nicht. Gerade in Unternehmen mit einer jungen Belegschaft, kann das recht tricky sein. Es kann bei den Kollegen fast ebenso seltsam ankommen, wenn man sie plötzlich siezt obwohl alle sich duzen, wie andersherum. Frage als erstes einen Kollegen oder deinen Ansprechpartner. Wenn es keine klare Regel gibt: höre aufmerksam zu. Wenn sich jemand dir nur mit dem Vornamen vorstellt, oder dich gleich mit du anspricht, kannst du davon ausgehen, dass du ihn auch duzen kannst. Grundsätzlich sollte im Zweifelsfall natürlich gesiezt werden.
  • Schreibe dir die Namen der Kollegen, die du in den ersten Tage triffst, auf und schreibe dir dazu, was ihre Aufgabe ist. So behältst du leichter den Überblick. Und jeder freut sich, wenn sein Name erinnert wird.
  • Erkundige dich, wie in deiner Firma der Einstand gehandhabt wird. Keinen zu machen oder zu übertreiben wirkt immer seltsam.

Tipps für deine Arbeitseinstellung

  • Mach dir Notizen, wenn jemand dir was erklärt. Es gibt nichts nervigeres für alte Hasen, wenn sie Dinge mehrmals erklären müssen, weil man zu faul war es sich aufzuschreiben. Damit meine ich nicht jeden Pups, aber wichtige Informationen. Ich helfe jungen Kollegen gerne weiter, wenn sie etwas nicht verstehen. Aber wenn ich merke, dass jemand nur aus Faulheit fragt, verliere ich schnell die Lust.
  • Dem oberen Punkt zum Trotz: FRAGE! wenn du etwas nicht verstehst. Und zwar so bald wie möglich. Ergibt sich in dem Termin in dem deine Frage auftaucht keine Möglichkeit, frage direkt danach. Wenn du die Aufgabe bekommen hast Notizen zu machen oder zu protokollieren, dann frage noch im Termin nach. Jeder verlässt sich darauf, dass du mitschreibst und kann dir nachher nicht mehr genau wiedergeben was gesagt wurde. Sollte es gar nicht anders gehen, notiere dir wenigstens wer es gesagt hat, und was danach gesagt wurde, so fällt es anderen danach leichter sich zu erinnern.
  • Melde dich, wenn du nicht genügend zu tun hast. Oft ist den Vorgesetzten oder Kollegen anfangs nicht klar, wie viel Arbeit sie dir geben können. Hast du wirklich über Tage zu wenig zu tun, melde dich höflich. Nichts ist schlimmer als Unterforderung.
  • Sei aktiv. Unter Umständen ist keiner dazu abgestellt dich einzuarbeiten. Frage nach, zeig Interesse. Suche dir selbst deine Informationen und Ansprechpartner zusammen. In der Regel sind alle anderen zu sehr mit ihren Aufgaben beschäftigt und denken nicht daran, dass dir noch nicht alles klar ist. Es ist keine böse Absicht. Sie werden dir auch nicht böse sein, wenn du aktiv auf sie zukommst.

Tipps für deine Weiterentwicklung

  • Erzähle, wenn du etwas gut gemacht hast. Du sollst dann nicht wie ein Gockel durch den Raum stolzieren. Aber oft ergibt sich Gelegenheit, z.B. nebenbei zu erwähnen, dass du dich freust, dass du die Aufgabe so gut bewältigt hast. Dein Chef hat oft selbst so viel zu tun, dass er nicht detailliert auf dich achtet.
  • Nutze jede Schulungsmöglichkeit die du angeboten bekommst. Du hattest bereits im Studium ein Rhetorikseminar? Du bekommst die Möglichkeit wieder an einem teilzunehmen und denkst das ist Zeitverschwendung? Von wegen! Erstens hast du sicher vieles bereits wieder vergessen. Zweitens gibt es in solchen Seminaren oft Gelegenheit zu Üben, und üben kann man nie genug. Drittens hat jeder Dozent seinen eigenen Blickwinkel und Stil, du kannst also immer etwas neues lernen, auch wenn das Thema das selbe ist.
  • Such dir Vorbilder. Seien es Kollegen oder Vorgesetzte, du wirst schnell merken, wer Dinge so angeht, wie es dir gut gefällt bzw. sinnvoll erscheint. Achte darauf, wie diese Leute ihre Aufgaben strukturieren, kommunizieren oder sich in Meetings präsentieren. Frag diese Leute auch ruhig nach ihrer Vorgehensweise. So findest du evtl. auch einen Mentor, der dich unter seine Fittiche nimmt.
  • Sieh alle Aufgaben als Chance an. Du musst anfangs einen Haufen Protokolle erstellen? Du bist eigentlich als Einkäufer eingestellt, sollst aber jetzt helfen Vertragsdokumente zu überarbeiten? Sperr dich (auch geistig!) nicht gegen solche Aufgaben. Gerade anfangs kannst du dabei extrem viel lernen. Protokolle schreiben macht den wenigsten Spaß, aber man kann damit sehr tief in Themen eintauchen. Oftmals hat man auch die Möglichkeit an Terminen teilzunehmen, die für Einsteiger nicht zugänglich sind. Bist du bereit dich in Vertragsunterlagen einzuarbeiten, lernst du nicht nur die Materie dahinter besser kennen, sondern zeigst auch Flexibilität.

 

 

 

 

 

AirBnB statt Wohnung – mein Plan

In meinem Artikel zur Reduzierung meiner Fixkosten habe ich bereits über mein derzeitiges Projekt gesprochen. Ich habe meine Wohnung am Arbeitsort aufgegeben um in AirBnB Unterkünften zu leben.

AirBnB ist mittlerweile weitläufig bekannt. Für den, der es noch nicht kennt: AirBnB ist eine Plattform, über die Einzelpersonen und Unternehmen als Gastgeber eine Unterkunft zur kurzzeitigen Miete zur Verfügung stellen können. Jeder kann sich dann als Gast eine Unterkunft aussuchen, über die Plattform buchen und bezahlen. In der Regel teilt man sich die Wohnung mit anderen Gästen oder den Besitzern.

Warum tausche ich meine Wohnung gegen wechselnde AirBnB Unterkünfte?

Da ich am Wochenende eh meistens bei meinem Freund war und auch im Urlaub entweder bei ihm oder auf Reisen bin, nutzte ich meine Wohnung maximal 2/3 des Jahres.

Ich habe meine Wohnung am Arbeitsort nun zu Mitte April aufgegeben und bin ab Mai 2018 als Gast über AirBnB unterwegs. Meine Möbel und Co stehen bei meinem Freund. Dort ist auch meine Homebase wenn man so will. Ich beteilige mich dort an den Nebenkosten, zahle aber keine Miete.

Meinen zukünftigen Arbeitsort könnte ich auch durch pendeln (60-75 min pro Strecke) erreichen. In den Ferien werde ich auch öfter pendeln, daher werden sich meine Tankkosten erhöhen.

Mein Ziel

Bisher brauche ich monatlich ~ 900 € für Miete, Nebenkosten und Tanken.

Ab Mai habe ich mir eine Summe von 630 € als Maximum für diese Posten gesetzt. Das entspricht einer Reduzierung von 30 %. Langfristig hoffe ich auf < 550 € zu kommen.

Da ich in den Monaten unterschiedlich oft pendeln und übernachten werde, werfe ich alles in einen Topf. Mein Auto ist derzeit ein Leasing-Fahrzeug, mit ausreichend Kilometern und freier Wartung, so dass ich mit den reinen Tankkosten kalkuliere. Ggfs. werde ich hin und wieder auch mit dem Zug fahren, so dass ich diese drei Komponenten kalkuliere:

Budget Mai

Meine Voraussetzungen:

Ich habe lange Zeit gerne in WGs gelebt. Küche und Bad zu teilen macht mir nichts aus. Grundsauberkeit vorausgesetzt.

Woche um Woche aus dem Koffer zu leben stresst mich wenig. Ich packe bereits seit Jahren fast jedes Wochenende für 3 Tage alles zusammen und muss genau planen, was ich alles brauche. Zukünftig packe ich für 4 Tage – sollte kein Problem werden.

Ich fühle mich überall zuhause. Ich schaffe es sogar in Hotelzimmern mich nach 2 Tagen heimisch zu fühlen und auch mal von „daheim“ zu sprechen, wenn ich eigentlich das Hotel meine.

Ich treffe gerne neue Leute und empfinde es nicht als Stress mich immer wieder neu auf andere Persönlichkeiten einzustellen.

Außerdem habe ich eine Homebase, die mein Anlaufpunkt für Wochenende und Urlaub ist und wo ich meine Möbel und weitere Besitztümer aufbewahren kann.

Ich bin gespannt wie es läuft 🙂