Einnahmen vs. Ausgaben Q4/18 und Zielabgleich 2018

Das Jahr 2018 ist  vorbei uns es wird Zeit für eine finanzielle Zusammenfassung des Jahres.

Eigentlich hatte ich nur 3 relativ unkonkrete Ziele.

Ziel 1: Sparpläne erhöhen: geschafft, Anteil der Sparpläne hat sich ca. verdreifacht

Ziel 2: Wohnkosten reduzieren: definitiv geschafft und mehr als halbiert

Ziel 3: Sparquote erhöhen: auch geschafft.

Bereits in Q0118 hatte ich eine Sparquote von ~ 42,42 % und einen klaren Plan, wie ich diese noch erhöhen könnte.

Die Sparquote in Quartal Q0418 lag bei verrückten 57,74 %.

Beim Erhöhen der Sparquote kam mir neben der deutlichen Reduzierung meiner Wohnkosten auch eine Gehaltserhöhung durch meinen Jobwechsel zugute, ebenso wie die Tatsache, dass ich in 2018 quasi kein Geld für Kleidung ausgegeben habe. Das war im ersten Halbjahr einfach Zufall. Nachdem ich dann im Sommer festgestellt habe, dass ich noch gar nichts gekauft hatte, habe ich beschlossen, das fürs ganze Jahr durchzuziehen. Meine einzigen Ausgaben von 45 € waren für Radschuhe, einen Rucksack und eine Sommerjacke, die ich gebraucht gekauft habe.

Einnahmen

Einnahmen Q418

Prozentual hat sich hier nicht furchtbar viel verändert. Die Kapitalerträge haben sich über das Jahr verdoppelt. Da ich aber derzeit deutlich mehr Geld in die Tilgung meines Wohnungskredits als an der Börse investiere, ist der Anteil gesamt noch nicht besonders groß. Den Freibetrag habe ich allerdings überschritten, so dass die Angaben nun netto sind.

Ab Januar werden noch kleinere Beträge aus einem Nebenjob dazukommen.

Ausgaben

Ausgaben Q418

Die Ausgabe habe ich nun in 3 Kategorien geteilt. Notwendige Ausgaben (gelb), Konsumausgaben (blau) und Sparbeiträge (grau).

Nun ist der höchste Posten meiner Ausgaben mein Auto. Das wird sich ab Mai hoffentlich auch ändern.

Im Ganzen bin ich mit der Entwicklung im Jahr 2018 mehr als zufrieden. Für 2019 werde ich mir neue und vor allem konkretere Ziele stecken.

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8 Monate AirBnB statt Wohnung

Seit 8 Monaten habe ich nun unter der Woche keinen festen Wohnsitz, sondern tingle durch verschiedene AirBnB Unterkünfte. Für dieses Jahr war das Ziel meine monatlichen Kosten für Wohnen, Tanken und Nebenkosten von ~ 900 € /Monat auf maximal 630 € zu reduzieren.

Nachdem nun bereits alle Kosten für Dezember bezahlt sind, kann ich festhalten: Ziel mehr als erreicht!!!

Ich habe monatlich im Durchschnitt 450 € ausgegeben und damit sogar mein langfristiges Ziel unter 550 € auszugeben erreicht.

Ich komme noch immer sehr gut mit dem Konzept klar, auch wenn es immer wieder eine Herausforderung ist, den Kollegen zu erklären, warum man sich in der einen Woche über den Verkehr in die eine, und dann in die andere Richtung aufregt.

Wechsle ich nun wirklich Woche für Woche in eine neue Unterkunft? Nein, das wäre mir auch zu stressig. Ich habe mittlerweile einige Unterkünfte getestet und davon ein paar wenige als für mich passend ausgewählt. Dort bin ich dann immer gleich mehrere Wochen am Stück und kann auch mal über das Wochenende ein paar Dinge stehen lassen. Aber immer mal wieder wechsle ich. Zwischendrin pendle ich dann auch mal ein paar Tage.

Für mich ist das alles eine prima Möglichkeit, meiner Unstetigkeit und dem Wunsch nach Veränderung Raum zu geben, ohne immer wieder mein Leben komplett umkrempeln zu müssen.

Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass mich in der jeweiligen Unterkunft keine bösen Überraschungen erwarten.

Hier nun das Ergebnis in Zahlen:

Mai 18 Jun 18 Jul 18 Aug 18 Sep 18 Okt 18 Nov 18 Dez 18
Ø wohnen 264 € 266 € 175 € 316 € 316 € 316 € 93 € 330 € 300 €
Ø Tanken 119 € 166 € 69 € 89 € 126 € 100 € 100 € 183 € 115 €
Ø NK 68 € 83 € 83 € 83 € 60 € 60 € 60 € 60 € 60 €
Ø gesamt 451 € 514 € 327 € 488 € 502 € 476 € 253 € 573 € 475 €

Dabei ist schön zu sehen, wie wenig Geld man in einem Urlaubsmonat braucht (Juni) oder in einem Urlaub in dem man ziemlich viel auf Geschäftsreise ist (Oktober).

Für einen durchschnittlichen Mietpreis von 264 € hätte ich wohl nur wenig Auswahl bei einem WG-Zimmer gehabt. Hier habe ich eines, bei dem ich weder putzen, noch mich um sonst etwas kümmern muss.

Da ich 2018 bereits Urlaub vor dem Beginn mit AirBnB statt Wohnung hatte und nun auch preislich attraktive Unterkünfte gefunden habe, in denen es mir gut gefällt, hoffe ich nun in 2019 auf durchschnittliche Kosten von 420 € im Monat zu kommen.

AirBnB statt Wohnung – Monat 1

Der erste Monat AirBnB statt Wohnung ist zu Ende und ich bin bisher sehr zufrieden.

Es war ein Monat mit 5 Kalenderwochen, von denen ich die ersten 3 in einer AirBnB Unterkunft zu Gast war, und die anderen beiden aufgrund der Pfingstferien mit dem Auto gependelt bin.

Woche 1: ein neu ausgebautes Obergeschoss in einem großen Haus mit eigenem Zugang. Dort gab es Küche, Bad und drei Gästezimmer. Die Gastgeber wohnen im Untergeschoss. Da wir nur zwei Gäste waren, kamen wir uns weder im Bad noch in der Küche ins Gehege. Dazu war alles sehr, sehr sauber. Ein wunderbarer Einstieg.

Woche 2: Ein Dachzimmer in einem Reihenhaus mit Terrasse. Hier habe ich mit den Gastgebern direkt zusammen gewohnt und Küche und Bad mit ihnen geteilt. Es war allerdings ein ziemliches Gerenne im (engen) Treppenhaus, denn mein eigener Kühlschrank stand im Keller, das Klo war im Erdgeschoss, das Bad im 1. Stock und mein Zimmer im zweiten Stock. Was vergessen? Nochmal zurück. Kein Sport mehr nötig, denn ich bin ziemlich vergesslich 🙂

Woche 3: Eine Gästewohnung in einem Zweifamilienhaus, die Gastgeber haben im Erdgeschoss gewohnt. Es waren ebenfalls drei Zimmer. Allerdings haben es sich in einem ein Pärchen und in dem anderen vier polnische Saisonarbeiter gemütlich gemacht. Und es gab nur ein Bad inkl. Toilette. Das war definitiv zu viel des Guten für mich. Dazu kamen Sprachbarrieren, so dass ich jeden Morgen mit der Angst wirklich früh aufgewacht bin, dass ich vielleicht die letzte in der Badkarawane sein könnte. Habs aber immer als erste geschafft! Bei zwei weiteren Zimmern noch 6 Mitbewohner zu haben, hatte ich nicht erwartet und war mir viel zu viel. Überfüllter Kühlschrank, besetzte Toilette, etc. … naja. Erstaunlich war aber, dass die Gastgeber die Wohnung trotzdem sehr sauber gehalten haben.

Fazit aus Monat 1:

  • Gastgeber die die Wohnung überbelegen – darauf kann man verzichten
  • Um wirklich MIT jemandem zu wohnen und auch etwas in dessen Leben einzutauchen, das geht nur, wenn man sich die Unterkunft mit dem Gastgeber teilt. Ansonsten bekommt man sich nach der Schlüsselübergabe nicht mehr oft zu Gesicht.
  • Wohnt der Gastgeber nicht in der gleichen Einheit, hat man deutlich mehr Platz in Küche und Bad zur Verfügung. Schließlich dient die Unterkunft nur den Gästen.

Mein finanzielles Ergebni

 

Mai 18 KW 18 KW 19 KW 20 KW 21 KW 22 Summe
 Übernachtungen 68,78 61,91 135,1  – 265,79
 Tanken 64,31 30 71,5  – 165,81
 Zug  –  –  –  – 0
82,5 82,5
 Gesamt 514,10

Der Mai mit seinen vielen Feiertagen war wie erwartet ein Monat, bei dem ich das Ziel gut unterschreiten konnte.

Damit liege ich im ersten Monat 115,90 € unter meinem Ziel von 630 €.

Der Juni beginnt erstmal mit 2 Wochen Urlaub und wird daher auch ein sehr guter werden.

Rentenbescheid verstehen, Rentenlücke verstehen Teil 1

Besonders für junge Leute ist das Wort Rentenlücke oft sehr abstrakt.

Rente? „das dauert noch 40 Jahre“, „bekomm ich eh keine mehr“, „darüber mach ich mir später Gedanken“. Die Rente ist gerade für junge Leute noch so weit in der Ferne, dass sie nicht richtig greifbar ist.

Ich setze mich schon recht lange mit dem Thema Finanzen auseinander, und weiß, dass ich selber einiges zur gesetzlichen Rente dazutun muss. Darüber hinaus ist mein Ziel, schon vor dem Rentenalter nicht mehr arbeiten zu müssen. Aber mir einmal wirklich selbst auszurechnen, wie viel (oder wenig) Rente mir später vom Staat zur Verfügung steht, dass hat mir nochmal einen ordentlichen Anstoß gegeben.

Natürlich ist das Ergebnis nicht in Stein gemeißelt.

Zu viele Faktoren sind bei jungen Menschen noch unsicher. Heirate ich, bekomme ich Kinder, und wenn ja wie viele? Werde ich gehaltlich noch Sprünge machen? Längere Zeit Teilzeit arbeiten oder ein Sabbatical nehmen?

Deswegen beziehen sich die Berechnungen immer auf den Status Quo. So wie es auch die Renteninformation tut, den man regelmäßig zugeschickt bekommt.

Hier in Teil 1 möchte ich erst mal auf eine Basics zur Rente und zur Renteninformation eingehen. In Teil 2 gibt es eine konkrete Berechnung.

Per Definition ist die Rentenlücke die prozentuale Abweichung des letzten Nettoeinkommens vor Rentenbeginn zur gesetzlichen Rentenzahlung.

Die Errechnung der tatsächlichen Rentenlücke beinhaltet auch die betriebliche und private Altersvorsorge:

Alterseinkommen – Bedarf = Rentenlücke

Je höher das Alterseinkommen und je niedriger der Bedarf, desto kleiner die Rentenlücke. Klar.

Der Bedarf setzt sich aus ähnlichen Komponenten zusammen, wie er es auch in jungen Jahren tut. Sicher werden bis dahin etwaige Immobilienkredite getilgt sein, aber dafür werden wohl die Kosten für Gesundheitsvorsorge etc. steigen. Oftmals wird der Bedarf im Rentenalter mit ca. 70 % des Bedarfs im Arbeitsleben angegeben.

Das Alterseinkommen steht auf mehreren Säulen

  • Gesetzliche Altersvorsorge
  • Betriebliche Altersvorsorge
    • Entgeltumwandlung
    • Vermögenswirksame Leistungen
    • Betriebsrente
    • Lebensarbeitszeitkonto
  • Private Altersvorsorge
    • Riester / Rürup
    • Mieteinnahmen
    • Vermögen, welches Zinsen oder Dividenden bringt oder abgeschmolzen werden kann
  • Nebenjob

Ich möchte hier besonders die gesetzliche Altersvorsorge erklären.

Betriebliche Altersvorsorge steht gar nicht jedem Arbeitsnehmer zur Verfügung, und wenn dann in unterschiedlichen Dimensionen. Meist sind die Beträge auch recht gering, so dass sie alleine eher nicht ausreichen werden.

Zum Thema private Altersvorsorge kann man noch mehrere eigene  Artikel schreiben.

Woher weiß ich nun, wie viel Rente ich bekomme?

Ab 27 Jahren und ab mindestens 5 Beitragsjahren, bekommt man regelmäßig ein Renteninformationsschreiben der Deutschen Rentenversicherung.

Ein sehr vollgestopftes Blatt.  Übersichtlich und unkompliziert sieht anders aus. Weiß man, wo man hinsehen muss, ist aber alles ganz leicht.

Rentenbescheid 1_b

 

1. Regelaltersgrenze

Beschreibt das Jahr in dem ich ohne Abzüge in Rente gehen kann. Ich also mit 67. Möchte ich bereits mit 63 in Rente gehen, muss ich derzeit 14,4 Prozent Abschläge zahlen.

ACHTUNG: die Regelaltersgrenze wird immer wieder angepasst.

2. Rente wegen voller Erwerbsminderung

Kann ich gar nicht mehr arbeiten gehen, bekomme ich monatlich diesen Betrag ausgezahlt. Hierzu gibt es auf der zweiten Seite einen Passus, dass dieser Betrag nur ausgezahlt wird, wenn man in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit 3 volle Beitragsjahre geleistet hat. Wer also (noch) keine 3 Jahre Beiträge gezahlt hat, geht leer aus.

3. Höhe Ihrer zukünftigen Regelaltersrente – Zahl 1

Hier wird der bisher erreichte Betrag festgehalten. Die Berechnung dazu findet ihr unter Punkt 6.

Wenn ich ab heute nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen würde (z.B. aufgrund von Selbstständigkeit), bekomme ich dennoch später diesen Betrag ausbezahlt. Dieser bleibt jedoch nur erhalten, wenn ich mindestens 60 Mal (= 5 Jahre) Beiträge gezahlt habe.

Dazu zählen aber auch schon Nebenjobs, bei denen man versicherungspflichtig gemeldet war.

4. Höhe Ihrer zukünftigen Regelaltersrente – Zahl 2

Dieses ist der wahrscheinlich spannendste Punkt. Die Hochrechnung der wahrscheinlichen Rente. Dazu wird angenommen, man verdient die kommenden Jahre den Durschnitt der letzten 5 Jahre.

Steht man noch am Anfang seines Berufslebens, wird sich diese Zahl mit den Jahren also automatisch erhöhen.

Die Berechnung dieses Werts findet ihr in Punkt 6.

Dieser Wert ist, ebenso wie der Wert aus Punkt 2 und 3 ein Brutto-Wert.

Was genau am Ende auf dem Konto landet, und wie sich der Betrag aufgrund der Inflation noch reduziert, werde ich in Teil 2 zeigen.

5. Rentenanpassung

Die Berechnung der zukünftigen Regelaltersrente erfolgt durch ein Punktesystem, welches auf Seite 2 der Renteninformation genauer erklärt wird. Ich komme in Punkt 6 dazu.

Pro Punkt gibt es einen gewissen Betrag. Erhöht sich dieser Betrag, wird auch die Rente größer. In der Renteninformation wird beispielsweise mit 1% oder 2% Erhöhung gerechnet.

Faktisch wurde seit 2000 (inkl. der kommenden Erhöhung im Juli  2018) folgende durchschnittliche Erhöhungen vorgenommen:

Für die alten Bundesländer: ~ 1,39 %

Für die neuen Bundeländer: 1,91 %

Rentenerhöhung
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

6. Grundlagen der Rentenberechnung

Rentenbescheid 2_b

Hier findet man den aktuell angezogenen Betrag pro erreichten Entgeltpunkt. Dieser wird auch Rentenwert genannt.

Bis 30.6.18 beträgt dieser 31,03 €. Mit der Erhöhung um 3,22 % zum 01.07.18 erhöht sich der Betrag auf 32,03 €.

Hier findet man auch seinen bisher erreichten Punktestand.

Daraus wird dann der Rentenbetrag in Punkt 3 berechnet.

Damit es nicht zu leicht wird, rechnet die Rentenkasse mit folgender Formel:

Derzeitiger Rentenwert * erreichte Entgeltpunkte * Zugangsfaktor * Rentenartfaktor

Der Zugangsartfaktor greift, wenn man z.B. frühzeitig in Rente möchteDer Rentenartfaktor greift z.B. bei einer teilweisen Erwerbsminderung. Beide sind für erste Berechnungen nicht weiter relevant (näheres z.B. auf wikipedia)

Und wie bekommt man nun Entgeltpunkte?

Pro Jahr kann man maximal 2 Entgeltpunkte erhalten.

Verdient man exakt den deutschen Durchschnitt (2018: 37.873 € alte Bundesländer und 33.671 € neue Bundesländer) erhält man einen Punkt.

Zwei Punkte gibt es beim Erreichen der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 78.000 € alte Bundesländer, 69.600 € neue Bundesländer. Diese Grenze beschreibt die Verdiensthöhe, ab dem ein Mehrverdienst für die Rente nicht mehr relevant ist. Auch mit einem Jahresgehalt von 100.000 € bekommt man nur 2 Entgeltpunkte.

Darunter werden die Entgeltpunkte anteilig berechnet.

Und was landet davon nun später mal auf meinem Konto?

Das werde ich in Teil 2 näher erläutern.

Zufriedenheit durch Ausmisten

 

Derzeit mistet gefühlt jeder aus.

Das liegt sicher am Frühling, aber auch an dem Hype der um Marie Kondo und ihr Magic Cleaning Programm, Minimalismus und Co. entstanden ist.

Was mir aber dabei positiv auffällt: diesen Hype macht man nicht mit, damit er mitgemacht ist. Sondern es gibt meiner Meinung nach erstaunlich viele positive Rückmeldungen zu den Erfahrungen mit dem Ausmisten.

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Warum macht Ausmisten zufrieden?

Ich selber miste seit Jahren regelmäßig immer wieder aus, besonders den Kleiderschrank. Was ich aber, trotz einiger Umzüge in den letzten Jahren, nie geschafft habe war: einmal alles durchzugehen und die Sache etwas radikaler zu gestalten.

Dieses Jahr hab ich es endlich angepackt. Sicher habe auch ich mich von der „positiven Ausmist-Stimmung“ inspirieren lassen.

Ich habe Bereiche angepackt, die etwas aufwändiger sind als „nur“ der Kleiderschrank. Schmuck, Bücher, Dokumente, Erinnerungsstücke, das alles ist mir deutlich schwerer gefallen.

Ich habe mir überlegt, warum es so viele Menschen deutlich zufriedener macht, wenn sie sich an die Aufgabe des Ausmistens heranwagen.

Diese Punkte sollen Motivation sein, sich endlich dranzumachen, denn Ausmisten MACHT zufrieden!

1. Etwas anzupacken macht zufrieden

Mit dem Ausmisten wirklich anzufangen ist meistens eine recht große Hürde. Es ist normalerweise nicht in einer Stunde erledigt. Möchte man wirklich den ganzen Wohnraum entrümpeln, muss man schon einige Stunden bis Tage investieren.

Doch bei einer größeren Ausmistaktion sieht man schnell Erfolge. Der Berg mit den Dingen zum Aussortieren wächst und wächst. Ob man die Dinge nun letztendlich verkauft, verschenkt oder wegschmeißt, der Erfolg ist wirklich schnell sichtbar.

2. Raum schaffen macht zufrieden

Während der Berg der aussortierten Dinge immer weiter wächst, schrumpft der Bestand. Wieder eingeräumt, sieht die vormals oft überfüllte Fläche gleich viel luftiger aus.

Und genauso fühlt es sich auch an.

Mir wird es wirklich leichter ums Herz, wenn Schränke etc. nicht so überfüllt sind. Oftmals merkt man gar nicht, wie sehr einen die vollgestopften Regale und Flächen irgendwie stressen, bis man sich davon befreit hat.

Das Gefühl hält dann auch noch sehr lange an.

3. Übersicht schaffen macht zufrieden

Mit mehr Raum kommt auch die Übersicht zurück. Wer kennt nicht die lange verschollene Lieblingsjeans, die man endlich, endlich wiederfindet. Und an der man sich wieder erfreut. Außerdem hat man nach dem Ausmisten (hoffentlich) nur noch Kleidung, Bücher, etc. die einem auch wirklich gefallen.

4. Loslassen macht zufrieden

Nach dem Sortieren kommt der eigentlich schwerste Schritt. Man muss die aussortierten Sachen auch loswerden. Verkaufen oder verschenken fällt mir da leichter wie wegschmeißen. Vor allem wenn die Sachen eigentlich noch ganz ok sind, aber sich kein Abnehmer findet.

Aber ist diese Hürde erst mal überwunden, stellt sich ein gewisser Stolz ein.

5. Geschenke machen macht zufrieden

Ich konnte einige Dinge im Familien- und Freundeskreis verschenken. Dinge, die ich selbst nicht mehr gebrauchen konnte, haben einem anderen noch Freude gemacht. Auch das ist ein sehr schönes Gefühl und entschädigt für die Mühen die man hatte.

6. Mit gebrauchten Dingen Geld verdienen macht zufrieden

Vor allem Kleidung und Bücher konnte im Internet recht schnell und unkompliziert loswerden. Kleiderkreisel.de und rebuy.de haben für mich dabei am besten funktioniert.

Natürlich bekommt man bei weitem nicht mehr den Ladenpreis für die verkauften Sachen, aber auch die Überweisung eines kleineren Betrags aufs Girokonto ist ein tolles Gefühl.

Alles in allem: Es lohnt sich! Geht es an!

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Man sieht hier nur die sperrigen Dinge. Kleidung, Schmuck, Papier etc. waren noch einige Extrahaufen 🙂

 

 

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Ausmisten gemacht?

 

 

Komfortzone verlassen, Komfortzone erweitern

Mit diesem Artikel nehme in an der Blogparade von Michael auf Zeitfuerplanb teil.

Im Mai starte ich einen neuen  Job. Dieser Wechsel ist in meinen Augen ein Paradebeispiel für das Verlassen und Erweitern meiner Komfortzone.

Ich finde es ungemein wichtig, diese Zone immer wieder zu verlassen und zu erweitern. Ich bin sogar der Überzeugung: wer seine Komfortzone länger nicht verlässt, bei dem schnürt sie sich enger und enger, bis nicht mehr sonderlich viel übrig ist. So eine Person findet man dann im Wörterbuch unter engstirnig. 🙂

Worin lag meine Komfortzone im alten Job?

Nach 4,5 Jahren in der gleichen Firma und 2,5 Jahren auf der selben Stelle war ich routiniert. Ich hatte ein großartiges Netzwerk aufgebaut und konnte mit wenigen Anrufen eine Menge in Erfahrung bringen. Ich war fachlich mit allen Themen die für meine Aufgaben wichtig waren vertraut und habe sie blind beherrscht. Dadurch war die fachliche Führung der Leute in meinem Team gut machbar. Diese konnte ich mir im Laufe der Jahre auch fast alle selbst im Bewerbungsprozess auswählen.

Zudem sind mir meine Kollegen extrem ans Herz gewachsen (und der Abschied war eine tränenreiche Katastrophe). Ich wechsle mit dem Wissen, dass es schwer wird, wieder in so einem fantastischen Team aufgenommen zu werden.

Der neue Job wird anders. Ich werde nicht nur in eine Branche wechseln, mit der ich noch keine Berührungspunkte hatte, ich werde auch fachlich mein gewohntes Terrain verlassen. Gleichzeitig werde ich eine disziplinarische Führungsposition in einem Team übernehmen, das mir fachlich voraus ist, und das bereits seit langem besteht.

Ich werde also meine Art zu führen anpassen müssen, ein neues Netzwerk aufbauen und wieder ganz am Anfang starten.

Warum ich es trotzdem tun muss

Ich bin noch jung. Ich muss weitere Erfahrungen sammeln. Jeder weitere Monat in der alten Aufgabe hätte Stillstand bedeutet. Und Stillstand bedeutet, dass das Wachstum aufgehört hat. Für mich ist das Leben aber ein beständiges Lernen und Wachsen. Und am besten wachse ich an Aufgaben, die mir eigentlich eine Nummer zu groß sind. Für die ich mich strecken muss, die ich nicht mit einem kleinen Schüttler erreiche. So funktioniert Wachstum.

Einen Job einzig und allein wegen der Kollegen zu machen, und dabei den Stillstand auszurufen, fühlt sich falsch an. Teams ändern sich sowieso. Ob man will oder nicht.

Deswegen hieß es, in den sauren Apfel zu beißen, und aus der Routine auszubrechen,

Was, wenn ich es nicht schaffe?

Ich bin ein erfahrener Komfortzonenerweiterer. Ich habe bereits öfter die eine Nummer zu großen Aufgaben geschafft. Daher gehe ich optimistisch an die Sache heran.

Für den Worst Case halte ich mich an meine bewährte Vorgehensweise, die ich bereits hier beschrieben habe.

Im allerschlimmsten Fall muss ich mir eingestehen, dass ich im neuen Job nicht die Leistung abrufen kann, die ich gerne abrufen würde. Dann muss ich mir überlegen, wie ich damit umgehen will. Kann und will ich mich anpassen, so dass ich besser zurecht komme? Fehlt mir noch Handwerkszeug, das ich erlernen kann? Ist es einfach doch nicht das Richtige gewesen?

War dieser Job dafür geplant, der letzte meines Lebens zu werden? Nein! Würde ich auch einen anderen finden? Auf jeden Fall!

Was also spricht dagegen?

Der bequemere Weg ist der einfachere, aber nicht der, der zu mehr Erfolg führt. Die Komfortzone bleibt ja nicht für immer verlassen. Auch das Neue, die Veränderung, wird einmal meine Komfortzone werden. Und der alte Bereich ist immer noch da, wenn er auch ggfs. hier und da wieder schrumpft.

 Je öfter und je weiter ich aus meiner Komfortzone herausgehe, desto größer wird der Bereich in dem ich mich wohlfühle.

Denn immer mehr Situationen, Menschen, etc. wecken ein vertrautes Gefühl in mir und fühlen sich gar nicht so fremd und neu an. Auch wenn sie es sind.

AirBnB statt Wohnung – Erfahrungen #1

Wohnen für Flexibilitätssuchende

Ich habe hier und hier bereits über meine Gründe und Pläne für mein Projekt AirBnB statt Wohnung geschrieben.

Heute folgen die ersten Erfahrungen.

Noch habe ich keine Unterkünfte getestet. Aber erste Erfahrungen zum Thema Buchungen konnte ich bereits sammeln.

Anfang März habe ich für die Monate Mai und Juni für insgesamt 5 Wochen bei 5 Anbietern Unterkünfte mehr oder weniger in einem Rutsch gebucht.

Erfahrungen im Handling von AirBnB allgemein

Was super funktioniert:

Gibt man eine Stadt ein, in der man übernachten will, werden einem über eine Landkarte auch Unterkünfte im Umkreis vorgeschlagen. Durch Eingrenzen oder Erweitern kann man sich den Radius wählen. So sieht man nicht nur, wo die Unterkunft genau ist, sondern findet auch evtl. günstigere Unterkünfte, die ein paar Kilometer entfernter oder in kleineren Orten liegen.

Es gibt eine große Anzahl an Filtermöglichkeiten für so ziemlich jeden Bedarf

Die angezeigten Preise sind immer bereits die Summe aller Kosten. Manche Gastgeber verlangen eine Reinigungsgebühr. Außerdem verlangt AirBnB selbst noch eine Gebühr, anhängig von den Preisen des Anbieters. Sucht man eine Unterkunft, werden gleich alle Gebühren berechnet.

Was nicht so gut funktioniert:

Man muss erstmal alle Kommunikationsfunktionen deaktivieren. Bekommt man nämlich eine Rückmeldung der Gastgeber, wird diese Nachricht per Pushfunktion über die AirBnB App und zusätzlich per SMS und per Email überbracht.

Ich finde außerdem die Servicegebühren von AirBnB recht hoch und auf den ersten Blick auch nicht transparent. Je höher die Übernachtungskosten, desto höher die Gebühren. Wenn ich beispielsweise für einen kompletten Monat buchen will, sind lcoker 100 € Gebühren fällig. Für eine Buchung! Klar, AirBnB will Geld verdienen, aber das finde ich doch recht viel.

 

Erfahrungen mit der Buchung beim Gastgeber

Was super funktioniert:

Die Rückmeldungen kamen, bis auf sehr wenige Ausnahmen, wirklich prompt innerhalb von 1-2 Stunden

Ich finde es toll, dass man sich unter AirBnB Anbietern und Nutzern duzt. Das macht gleich eine angenehme, vertraute Atmosphäre.

Ob Zu- oder Absage, die Nachrichten waren bisher alle sehr freundlich formuliert.

Was weniger gut funktioniert:

Viele Anbieter pflegen ihren Kalender nicht regelmäßig. Ich habe mehrere Absagen aufgrund von Abwesenheit des Vermieters bekommen. Ich kann es nachvollziehen, dass man im Trubel des Alltags nicht immer dazu kommt, den Kalender perfekt zu pflegen. Aber für den Gast macht es das sehr auswendig. Denn in der Regel muss der Anbieter die Buchung freigeben und hat dazu 24 h Zeit. Gibt er sie frei, gilt die Buchung als getätigt. Also kann ich in der Wartezeit keine andere Wohnung anfragen, sonst habe ich am Ende zwei Buchungen. Ich kann diese zwar innerhalb von 2 Tagen kostenlos stornieren, aber gleich wieder absagen ist such nicht so schön.

So kann man nicht „mal eben schnell“ Buchungen für mehrere Wochen tätigen, sondern ist im Zweifelsfall mehrere Tage damit beschäftigt.

 

Deckt sich das mit euren Erfahrungen?